1. Allgemeines und Definition

Durch veränderte oder neue Influenzaviren kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Influenzapandemien. Eine Influenzapandemie definiert das weltweite massenhafte Auftreten eines neuen Influenzavirus, gegen das in der Bevölkerung keine oder eine geringe Immunität besteht (RKI 2017:55). Die Pandemieplanung der WHO ist auf das Auftreten von Influenzaviren ausgerichtet. Die aufgeführten Grundlagen sind jedoch ebenfalls auf weitere Erreger, die Atemwegssymptome auslösen, übertragbar (Sozialministerium 2020:4).

Bedeutung einer Influenzapandemie für Altenpflegeeinrichtungen

Im Vergleich zu der saisonalen Influenzavieren können weltweite Pandemien zu erhöhten Erkrankungs- und Sterberaten führen und zudem eine hohe Belastung für das pflegerische und medizinische Versorgungssystem hervorrufen.
Ältere Menschen gehören hierbei zu den so genannten Risikogruppen. Das heißt, dass bei ihnen verstärkt Komplikationen, wie z.B. eine schwere Lungenentzündung, auftreten können. In Pflegeeinrichtungen wird die Ausbreitung von Tröpfcheninfektionen durch den engen Kontakt von Bewohnern und den Mitarbeitenden begünstigt. Des Weiteren wird die Entwicklung von Sekundärinfektionen und Komplikationen durch das Vorhandensein von invasiven Zugängen (z. B. Magensonden) zunehmend erleichtert.
Es ist davon auszugehen, dass in einer Pandemie auch das Personal selbst verstärkt von krankheitsbedingten Ausfällen betroffen ist. Vor diesem Hintergrund kommt der Vorbereitung von Altenheimen und Altenpflegeheimen auf eine Influenzapandemie eine große Bedeutung zu (Sozialministerium BW 2020:48).

Ziele einer betrieblichen Pandemieplanung

  • Vorbereitung im Falle einer Influenzapandemie ( -> Präventionsmaßnahmen)
  • Sicherstellung aller erforderlichen Infektionshygienischen Maßnahmen.
  • Aufrechterhaltung der innerbetrieblichen Vorgänge im Falle eines Ausbruchs.
  • Sicherstellung der Versorgung erkrankter Bewohner/innen

Als Maßnahmen stehen insbesondere folgende infektionshygienischen Maßnahmen zur Verfügung:

  • Kontaktreduzierende Maßnahmen
  • Verhaltensmaßnahmen
  • Schutzkleidung
  • Desinfektionsmaßnahmen

2. Infektionshygienische Maßnahmen – Übersicht

Eindämmung
  • Einzelunterbringung im stationären Bereich -> Einrichtung eines Isolierzimmers für einen Verdachtsfall in einem Doppelzimmer.

  • Besuchsregelungen/Publikumsverkehr beschränken

  • Zeitliche oder räumliche Trennung

  • Tätigkeitsverbot nach § 31 IfSG

  • Unterlassung von Gemeinschaftsaktivitäten (Veranstaltungsplan)
Schutz vulnerabler Gruppen
  • Tätigkeitsverbote nach § 31 IfSG für erkrankte Mitarbeitende oder bei Verdachtsfällen
Folgenminderung
  • Arbeitsorganisatorische Maßnahmen

  • Einschränkung Gemeinschaftsaktivitäten (pflegerischer Bereich)

  • (Kohorten-) Isolierung

Verhaltensmaßnahmen

Schulung des Personals hinsichtlich:

  • Verhalten bei beim Husten, Niesen und Schnäuzen (Hustenetikette, Einmaltaschentücher)
  • Händehygiene
  • Infektionsprävention: Pflege von Bewohnern mit einer Influenza
  • Tätigkeitsverbot für erkrankte Beschäftigte gemäß § 31 IfSG

Schutzkleidung

Personal

  • Einmalhandschuhe
  • Mund-Nasen-Schutz (Pflegemaßnahmen)

Bewohner

  • Mund-Nasen-Schutz bei Transport/ Verlegung

Desinfektionsmaßnahmen

Personal

  • Händedesinfektion*
  • Flächendesinfektion, Wischdesinfektion (MyClean Whipper) -> täglich: Kontaktflächen patientennaher Bereich*
  • Schlussdesinfektion: alle Flächen im Bewohnerzimmer entsprechend den Anforderungen an die tägliche Desinfektion*
  • Geräte/Medizinprodukte
  • Geschirr, Wäsche: Routineverfahren*

* siehe: Reinigungs- und Desinfektionsplan

3. Allgemein zu beachtende Maßnahmen vor dem Ausbruch

Regelungen in Bezug auf die Meldung von Verdachtsfällen

  • Beim Auftreten von typischen Symptomen, ist die Bereichsleitung umgehend zu informieren. Der betreffende Mitarbeiter wird aus der Bewohnerversorgung genommen. Der Hausarzt und das Gesundheitsamt sollten umgehend kontaktiert und eine Abklärung auf die Erkrankung vorgenommen werden.

Vorbereitende pflegerische und organisatorische Planung

  • Festlegung von besonderen Schutzmaßnahmen für das pflegerische Personal im Falle eines Ausbruchs.
  • Festlegung von Vertretungsregelungen im Falle eines Personalausfalls im Verwaltungsbereich.

Informationspolitik

  • Kontinuierliche Information des Personals über die aktuelle Situation sowie Anleitung des Personals zu hygienischen Verhaltensregeln (siehe Tabelle 1).
  • Information der Angehörigen über die ergriffenen Maßnahmen zur Infektionsprävention in der Einrichtung.

Beschaffung von ausreichenden Pflege- und Hygieneartikel

  • Bedarf festlegen und für einen ausreichenden Bestand in unserem Haus sorgen (dies betrifft insbesondere Schutzkleidung sowie Reinigungs- und Desinfektionsmittel).

Literaturverzeichnis:

Robert Koch-Institut (RKI) (2017): Nationaler Pandemieplan Teil I – Strukturen und Maßnahmen. Berlin 2017. DOI: 10.17886/rkipubl-2017-005
Online Verfügbar unter URL: www.rki.de/pandemieplanung

Sozialministerium BW (2020): Influenzapandemieplan Baden-Württemberg. Online Verfügbar unter URL: Influenzapandemieplan Baden-Württemberg

4. Information zum Coronavirus (COVID-19) –
Umgang mit Symptomen und Erkrankung

! Wichtig: Am 31.03.2020 hat uns das Gesundheitsamt über einen positiv bestätigten Fall des Corona Virus bei einem Angestellten informiert. Dieser ist bereits seit dem 20.03.2020 krankheitsbedingt nicht im Hause. In Absprache mit dem Gesundheitsamt haben wir vorsorglich die mit dem Angestellten Mitarbeiter in Kontakt gewesenen Kolleginnen und Kollegen in häusliche Quarantäne geschickt. Keiner dieser genannten Kolleginnen und Kollegen, weißt bisher Krankheitssymptome auf. Auch bei den Bewohnern im Hause gibt es bisher keinerlei Anzeichen, die auf einen Verdachtsfall hinweisen von Covid-19 hinweisen könnten.  – Zutrittsverbot für Besucher bleibt weiter bestehen – Wir bitten um ihr Verständnis hierfür!

I. Umgang mit Krankheitssymptomen bei Bewohner/innen

Einzelzimmer:
Isolation des betreffenden Bewohners und Information an das Gesundheitsamt durch die Einrichtungsleitung.

Doppelzimmer:
Trennung und Isolation beider Bewohner in getrennten Räumlichkeiten (Isolationszimmer). Meldung des Verdachtsfalls des betroffenen Bewohners an das Gesundheitsamt. Der Gesundheitszustand des Mitbewohners wird überwacht. Beim Auftreten von Symptomen werden die oben beschriebenen Maßnahmen eingeleitet.

Wohnbereich 1:
Da der erste Wohnbereich in unserer Einrichtung ein geschützter Bereich ist, wird der komplette Wohnbereich isoliert. Das Gesundheitsamt wird durch die Einrichtungsleitung informiert.

II. Aktuelle Maßnahmen zur Coronavirus-Prävention in der Einrichtung

  1. Umsetzung der Besucherregelung zur Infektionsprävention: Es besteht ein generelles Zutrittsverbot für alle Besucher. (ausgenommen sind hier Berufliche Gründe oder nach telefonischer Absprache mit der Verwaltung im Rahmen der Sterbebegleitung).
  2. Die von Außen mitgestalteten Veranstaltungen in der Einrichtung, sind vorerst bis zum 20. April 2020 abgesagt. Informationen können Sie dem Veranstaltungsplan entnehmen. Wohnbereichsübergreifende Veranstaltungen werden vorübergehend auf dem jeweiligen Wohnbereich in Form eines Gruppenangebots durchgeführt (dies betrifft vor allem die Sturzprophylaxe).
  3. Die Begegnungsstätte in der Einrichtung (,,Kirnerstube‘‘) bleibt bis zum 20. April 2020 geschlossen.
  4. Anzeichen von Symptomen eines grippalen Infekts sollten unmittelbar bei der Bereichsleitung gemeldet werden.
  5. Auf allen Wohnbereichen und im Eingangsbereich werden Einmaltaschentücher und Desinfektionsspender bereitgestellt.
  6. Tagespflege: Der Besuch durch die Tagespflegegäste wird aus gesundheitlichen Sicherheitsgründen vorerst nicht möglich sein.
  7. Informationspolitik: Unsere Angehörigen, Bewohner und Mitarbeitenden werden über die Sicherheitsvorkehrungen informiert.
  8. Schulung der Mitarbeitenden über die hygienischen Verhaltensregelungen (Hygieneanweisungen/ Hygieneplan)

Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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